Berufswechsel, Neuanfang und Quereinstieg – nochmal was anderes machen

Fragen Sie sich in letzter Zeit öfter, ob Sie beruflich etwas verändern wollen? Wenn ja – sind Sie so um die Ende 30 bis 50 Jahre alt? Wie Studien in den letzten Jahren beweisen, aber auch ein prüfender Blick in den Bekanntenkreis, nimmt der Trend zu, sich um diese Altersmarke herum zu fragen, ob man sich tatsächlich im richtigen Beruf befindet oder ob man die zu Beginn passende Richtung nun doch noch 20 Jahre länger ausüben möchte.

In den 20ern befinden wir uns in der Experemtier- und Eroberungsphase, in den 30er wollen wir uns beweisen, dass wir höher hinaus können, und dann beginnt um die 40er die Reflexions- und Einsortierungsphase. Wir bewerten unser bis jetzt gelebtes Leben, das bis jetzt Erreichte und fragen uns, ob wir all unsere Talente und Wünsche richtig ausleben und einsetzen. Und wenn wir dabei das Gefühl entwickeln, dass wir eben nicht unsere Möglichkeiten leben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Grundunzufriedenheit in uns entsteht und wir uns nach etwas anderes sehnen.

Es ist aber wichtig zu wissen und zu spüren, dass wir am passenden Platz sind. Denn daraus ziehen wir Energie, Lebensfreude und Zufriedenheit und damit sind wir motivierter und performanter. Und wir können Krisen und Frust besser wegstecken, da es uns nicht gleich in Selbstzweifel oder in die Sinnfrage treibt.

Sollten Sie sich also in dieser unzufriedenen Situation befinden, dann ist es wichtig, eine ausführliche Sammlung, Betrachtung und Bewertung der Pros und Contras sowie der Chancen und Risiken vorzunehmen. So kommen Sie zu einer fundierten Entscheidungsfindung, die Sie dann gut durch den Neuorientierungsprozess tragen kann, weil Stolpersteine kennen und proaktiv umgehen oder zumindest besser lösen können.

Ihre wichtigen Do’s für die Neuorientierung

Wenn Ihre Bewertung nun ergeben hat, dass Sie in einen anderen Beruf quereinsteigen oder in die Selbstständigkeit wechseln sollten, dann beginnt der Weg des klaren Zielfindens und der Umsetzung. Wie das Entfalten in neuen Gefilden gelingen kann, hat zum Beispiel Psychologie Heute im August beleuchtet. Davon inspiriert und mit den Erfahrungen in der Betreuung meiner Klienten erprobt, ist hier nun meine Zusammenstellung:

  • das richtige Mindset – in dieser Situation ist es wichtig, wirklich offen für Veränderung zu sein und den Mut zu haben, phasenweise einen Teil Kontrolle und Sicherheit während des Umbruchs zu verlieren, sowie Neugier zulassen zu können auf das Nicht-Gedachte und Nicht-Geplante
  •  bewusste Stärken- und Kompetenzorientierung – erlangen Sie umfassende Kenntnis über Ihr gesamtes Kompetenzportfolio und Ihr Potential, damit Sie wissen, auf was Sie bei Ihrem Weg in die Neuorientierung bauen können
  • eine prägende Erfahrung/klare Vision – nicht gegen, sondern für etwas! Nur aus Frust sich umzuorientieren, hat keine Zielrichtung, keinen nachhaltigen Drive; eine klare Vorstellung und der innere Antrieb, bestimmte Kompetenzen und Wünsche zu leben, bringen den Erfolg
  • die passende Umgebung – umgeben Sie sich mit Menschen, die Sie positiv unterstützen und nicht ängstlich bremsen; sorgen Sie für neue Erfahrungen und Eindrücke, also verlassen Sie Ihren Trott
  • ein erfahrener Distanzblick – suchen Sie sich einen guten Sparringspartner oder professionellen Coach, der Reflexion, Austausch, Impulse, Perspektivwechsel etc. ermöglicht
  • konstruktives Selbstzweifel-Management – Selbstreflexion, Veränderung, Kontrollverlust, Umwege, Rückschläge bringen auch mal starke Selbstzweifel mit sich, die Sie mit Methoden wie positive Selbstgespräche, Reframing, Achtsamkeit, Auszeiten angehen können

Wenn Sie diese Hinweise beachten und sich bewusst und reflektiert auf die Reise zu Ihrem neuen beruflichen Zukunft machen, werden Sie die Skeptiker in Ihrem Umfeld Lügen strafen und erfolgreich einen beruflichen Neustart umsetzen.

Und – sind Sie in dem Job und in der beruflichen Umgebung, in denen Sie sich richtig wohlfühlen?