„Muss das sein? Mehr Sichtbarkeit? Ich mag nicht so gerne trommeln!“ – Das sagen mir oft meine weiblichen Klientinnen. Aber auch Männer verwechseln oft Sichtbarkeit mit Selbstdarstellung…

… und da gibt es doch tatsächlich einen feinen Unterschied!

Sichtbarkeit im Unternehmen heißt bekannt für das eigene Fachgebiet zu sein, als Persönlichkeit fassbar und einzuordnen zu sein sowie sich als ein Fixpunkt auf der Landkarte des Unternehmens zu positionieren. Gerade als Führungskraft ist das von unschätzbarem Wert.

Warum ist Sichtbarkeit vor allem in großen Systemen so wichtig?

  • Sichtbarkeit im Unternehmen heißt bekannt für das eigene Fachgebiet zu sein, als Persönlichkeit fassbar und einzuordnen zu sein sowie sich als ein Fixpunkt auf der Landkarte des Unternehmens zu positionieren. Gerade als Führungskraft ist das von unschätzbarem Wert.
  • Du präsentierst als Führungskraft, aber auch als Teammitglied die Arbeit und Leistungen deines Teams, deiner Abteilung. Es motiviert alle im Team, wenn sie sehen, wie Du die Leistung und Ergebnisse professionell im Unternehmen positionierst.
  • Mach dir bewusst, Menschen, die man kennt oder schon erlebt hat, von denen man schon gutes gehört hat, denen bringt man mehr Vertrauen entgegen. Man spricht ihnen mehr Expertise zu. Sie bekommen ihre Vorschläge und Vorhaben eher und einfacher durch.
  • Wer sich sichtbar macht, kommuniziert mehr, erfährt mehr, blickt über den Tellerrand, hat ein größeres Netzwerk im Unternehmen. So kannst du deine Arbeitsergebnisse besser auf den tatsächlichen Bedarf zuschneiden und schon bei den richtigen Personen platzieren. Du köchelst nicht allein vor dich.
  • Ist dir schon mal aufgefallen: Wer schon sichtbar ist, bekommt mehr Redezeit und Aufmerksamkeit für seine Beiträge! Er wird seltener übergangen oder gar abgewürgt.
  • Studien zu Auswirkungen haben zudem ergeben, dass sichtbare, selbstbewusste Manager:innen mehr verdienen und schneller Karriere machen.

Unterschätze also nie, wie wichtig deine Sichtbarkeit für deinen Erfolg und den deines Teams ist. Es spricht also einiges dafür, sich um die eigene Sichtbarkeit im Unternehmen zu kümmern. Denn tatsächlich kann man sich in einigen Belangen damit das Leben im System einfacher machen.

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5 praktische Tipps, für Deine Visibilität als Führungskraft

Tipp 1 – Steigere Deinen Redeanteil in Meetings

Tracke mal bewusst Deine Redezeit in (online) Meetings! Finde heraus, wie oft Du das Wort ergreifst und wie lang deine Ausführungen sind. Es geht nicht um nervige Vielrednerei und Selbstdarstellung – es geht um den deiner Position und Expertise angemessenen Redeanteil.

Schau als Vergleichswert, wie oft und lang ein von Dir als kompetent, sympathisch und gut sichtbarer Kollege (männlich) redet.

Tipp 2 – Präsenz im Unternehmen zeigen

Sichtbarkeit

So schön Homeoffice oder digitales Nomadentum ist, es geht auf Kosten der Sichtbarkeit im Unternehmen – im wahrsten Sinne des Wortes. Schaffe bewusst Präsenzzeiten im Büro, die Du für Austausch, Meetings und Pflege von Beziehungen nutzt.

LinkedIn hat in einer Studie Persoalverantwortliche gefragt, die festgestellt haben, dass Männer nach der Pandemie wieder ins Büro zurück streben, während Frauen witer das Homeoffice bevorzugen, um nebenher Haushalt, Kinder, etc. zu organisieren. Das bedeutet für Frauen ein fatale Schieflage für Sichtbarkeit und influß im Unternehmen.

Tipp 3 – Engagiere Dich in einem übergeordneten Projekt

Sei bei einem wichtigen Projekt für das Unternehmen dabei und bring dich so in einem interdisziplinären Team ein. Diese Aufgaben werden überproportional im Unternehmen wahrgenommen, da dort zukünftige, strategische Themen bearbeitet werden.

Nein – Du sollst nicht auf vielen Hochzeiten tanzen und überall dabei sein. Such Dir ein Projekt aus, in dem deine Kompetenzen zum Tragen kommen – es müssen nicht unbedingt nur die fachlichen sein.

Tipp 4 – Netzwerke und nutze den Lunch

Verabrede dich bewusst mindestens einmal in der Woche mit Kolleg:innen anderer Abteilungen, deiner/m Chef:in oder auch Partner oder Dienstleistern zum Mittagessen in der Kantine. Gerade die Vernetzung von externen Partnern, die an mehreren Stellen im Unternehmen tätig sind, stärken Deinen Expertenstatus.

Zum einen stärkt das die Beziehungen und den Austausch mit Blick über den Tellerrand, zum anderen sieht „das Unternehmen“ Dich aktiv im Dialog.

Tipp 5 – mit Kaffeetasse zum (informellen) Austausch

Mancher interne Emaildialog wäre schneller im perönlichen Gespräch abgehandelt worden – es hätte weniger Unklarheiten und Nachfragen gegeben. Also, schnapp dir die Kaffeetasse und guck das nächste Mal persönlich beim Kollegen/in oder Mitarbeiter:in vorbei. Oder vereinbare einen kurzen Videocall.

Zudem bringen diese kurzen Kaffeepausen eine Menge zusätzliche Informationen, die Du für Deine Arbeit nutzen kannst.

Eins wird mit diesen Tipps wohl jedem klar – sichtbar hat tatsächlich etwas mit gesehen werden zu tun. Nutze einfach die wissenschaftlich nachgewiesene Relation zwischen Sichtbarkeit im Unternehmen zu Erfolg, Einfluss und Aufstieg im Unternehmen. Du wärst sonst wirklich nachlässig (für dich und dein Team), wenn du nicht für Sichtbarkeit Deiner und eurer Arbeit sorgst.

Eine interessante, aktuelle Studie zu dem Thema ist von Global Digital Women und hilfreich ist mein Beitrag „3 Schritte zu einer wirksamen Positionierung„.